Zum „Schwäbischen Vulkan“

Sa., 04.05.2019, Schwäbisch Gmünd

durch das Randecker Maar zum Schopflocher Moor,
mit interessanten Hintergrundinformationen
zur Entstehung des Maars und der Vulkanschlote.
Rucksackvesper nicht vergessen.
15 km, 550 hm, 6 Std.
Sonja u. Gerhard Steiner Tel. 07176-1710

Geschichte und Geologie
Die Landschaft im Bereich Kirchheim-Urach auch „Urach-Kichheimer Vulkangebiet“ genannt ist mit geprägt durch die vulkanischen Aktivitäten vor ca. 16 – 11 Millionen Jahre.
Dabei entstanden keine Vulkanberge, das Ergebnis waren Vulkanschlote, die teilweise aber im Albvorland als Berge heraus gewittert sind. Das Randecker Maar entstand durch das Zusammentreffen eines heißen Magmaschlots mit einer Grundwasser führenden Schicht, was zu einer gewaltigen Explosion führte. Insgesamt wurden 350 Vulkanschlote mit einem Durchmesser von ca. zehn Metern bis zu 1,2 km gefunden, auch die Ortschaft Ochsenwang wurde auf einem dieser Schlote gebaut, da der Vulkantuff im Gegensatz zu der umgebenden verkarsteten Kalkfläche wasserdicht ist.
Das Schopflocher Moor, das einzige „Hochmoor“ auf der Schwäbischen Alb, war das Ergebnis der wasserstauenden Funktion des vulkanischen Gesteins. Leider wurde die ca. 4 Meter hohe Torfschicht bis Ende des 19. Jhdt. vollkommen abgebaut um einen Ziegelofen in der nahegelegenen Ziegelhütte zu betreiben, der Torf diente dabei als Brennmaterial. Angeblich wurden mehr als 30 Millionen Torfballen gestochen. In der Umgebung der Torfgrube ist die Karstfläche an mehreren Stellen in die Tiefe eingebrochen, die so entstandenen Dolinen sind deutlich zu sehen.

Wegbeschreibung
Die Wanderung beginnt am Fuße der Schwäbischen Alb im Ort Hepsisau, beim Wanderparkplatz am südlichen Ende des Ortes. Die ausgiebigen Streuobstweisen an dieser Stelle weisen auf die Schichten des „Braunen Juras“ hin. Der Anstieg führt durch die Zipfelbachschlucht, die wildromantische Schlucht endet am Fuße des Randeckers Maars. Durch die steilen Hangwälder am Albtrauf gelangt man schließlich zum Mörikefels. Der Dichter Eduard Mörike, der in Ochsenwang als Pfarrverweser tätig war, weilte wohl öfters an diesem Felsen. Der Weg führt weiter zum „Auchtert“ einer typischen Kalkmagerwiese der Schwäbischen Alb, je nach Jahreszeit sind hier bereits die ersten Silberdisteln zu sehen.
Bis zu diesem Punkt wurden bereits 350 Höhenmeter überwunden und die Albhochfläche ist erreicht. Entlang des HW1 direkt am steilen aber bewaldeten Albtrauf entlang führt der Weg zum Breitenstein, ein sehr beliebter Aussichtsfels. Der Gedenkstein „100 Jahre HW 1“ aus dem Jahre 2007 ist dort zu finden. Die fantastische Aussicht sollte einige Meter hinter der Felskante genossen werden, denn der freistehende Fels geht senkrecht gefährlich weit nach unten. Der HW1 verläuft nun ca. 1 km entlang einer wenig befahrenen Straße. Diese Wanderung führt am Ende der Straße nicht zur Teck sondern in links südwestlicher Richtung zum Schopflocher Moor, vorbei an den „Kuppen“ Asch (südlich) und „Brucker Hözle“ (nördlich), die ca. 40 m über die Albhochfläche ragen.
Das Schopflocher Moor wird über den Holzsteg durchquert. Der Rückweg erfolgt über den asphaltierten landwirtschaftlichen Weg, nach dem Holzsteg rechts abbiegen, der an den Dolinen südlich der Torfgrube gelegen vorbeiführt. Am Parkplatz vor dem Pferdehof wird die Kante des Randecker Maars erreicht. Der  Weg führt nun am Rande des Maars, mit Aussicht bis zu den drei Kaiserbergen vorbei zur Ziegelhütte. Links abgebogen, ca. 300 m entlang der L1212 führt der weitere Weg quer durch das Maar und nach Überquerung der Straße wieder in die Zipfelbachschlucht. Der Weg abwärts bietet nun eine völlig andere Perspektive als beim Aufstieg zu Beginn der Wanderung. Am Ende wird nach ungefähr 15 km Wanderung mit 550 Höhenmetern der Ausgangspunkt beim Wanderparkplatz erreicht.

Zusammenfassung
Wanderung: ca. 15 km, ca. 550 Höhenmeter, Trittsicherheit an einigen Stellen erforderlich, für den Aufstieg zum Mörike-Felsen sind Schuhe mit gutem Profil nötig.

Verfasser und Foto: Gerhard Steiner

Uhrzeit:
09:00 - 16:00

Ort:
Parkplatz St. Katharina
Schwerzerallee
73525 Schwäbisch Gmünd

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